Häufig gestellte Fragen

 Um was für eine Art von Bebauung handelt es sich bei dem Projekt?

In der Fanny-Zobel-Straße entstehen zwei Wohngebäude sowie ein Neubau für ein Apartmenthotel.

Wo genau entstehen diese Gebäude?

Die drei solitären Neubauten entstehen entlang des auf 10,5 Meter verbreiterten Spreeuferwegs, so dass ein weitläufiger Abstand zur vorhandenen Bebauung gewahrt wird.

Warum kann die jetzt vorhandene Grünfläche nicht erhalten bleiben?

Durch die frühere industrielle Nutzung des Areals ist der Boden des Grundstücks kontaminiert. Noch vor Baubeginn werden rund 30.000 Tonnen Erde ausgetauscht und eine neue Grünfläche mit sauberem Erdreich angelegt. Insgesamt entsteht so im Bereich zwischen der Alt- und der Neubebauung auf einer Fläche von rund 3.000 m² eine öffentlich zugängliche Grünanlage mit einem Kinderspielplatz mit einer Nettogrünfläche von rund 2000 m².

Wie hoch werden die entstehenden Gebäude sein?

Die drei Gebäude sind unterschiedlich hoch und fügen sich in die Höhenstruktur der vorhandenen Bebauung am Spreeufer ein. So wird das Apartmenthotel eine Höhe von 63,5 Meter haben, die Wohngebäude sind 99 bzw. 110 Meter hoch und somit ebenfalls niedriger als der benachbarte Treptowers, der 125 Meter misst.

Wie vielen Geschossen entspricht diese Höhe?

Über dem Gebäudesockel verfügen die Wohntürme über 30 bzw. 27 Geschosse, das Apartmenthotel über 17 Geschosse.

Warum realisieren Sie so hohe Gebäude?

Der für das Grundstück vorliegende Masterplan sieht eine vollständige Bebauung des Flurstücks 97 mit einem Wohnblock sowie eine Verdreifachung der TwinTowers auf dem Flurstück 118 vor, d.h. insgesamt sechs gleichartige Baukörper. Entsprechend dieser Maßgabe wäre eine riegelartige Bebauung in den unteren Etagen entstanden, die abgesehen von zwei schmalen Durchstichen den Bewohnern der dahinter liegenden Wohnbebauung jeglichen Spreeblick nehmen würde. Durch die Nutzung der Höhe kann jedoch eine Minimierung der bebauten Grundstücksfläche erfolgen, sodass sichergestellt wird, dass die Qualitäten der bestehenden Wohnbebauung durch vielfältige Weit- und Durchblicke sowie Bezüge zur Spree erhalten bleiben.

Setzen Sie sich über den Bürgerentscheid gegen eine Hochhausbebauung des Spreeufers hinweg?

Der Bürgerentscheid gilt für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, unser Grundstück befindet sich im Bezirk Treptow-Köpenick. Somit setzen wir uns nicht über ihn hinweg. Gleichzeitig hätten wir nicht den Weg eines zeitlich aufwendigen und kostenintensiven Architekturwettbewerbs gewählt, wenn es uns nicht wichtig gewesen wäre, das beste Bebauungskonzept für den Standort zu finden. In diesem Fall ermöglicht nur die Umsetzung einer Hochhausbebauung den Erhalt des Spreeblicks.

Bleibt der Uferweg weiterhin öffentlich zugänglich?

Ja, der Uferweg bleibt auch in Zukunft frei zugänglich. Entlang der Spree wird die bisher 6 m breite Uferpromenade auf der Länge des Vorhabengebiets sogar auf eine Breite von 10,5 erweitert. Die Gehrechte zu Gunsten der Allgemeinheit werden zudem dauerhaft rechtlich abgesichert.

Aktuell befindet sich der südliche Teil des zukünftig erweiterten Uferwegs in einer Tiefe von 4,50 m in privatem Eigentum. Der nördliche Teil mit einer Tiefe von 6m (Flurstück 139) befindet sich in öffentlichem Eigentum. Durch den Erwerb des Flurstücks 139 wird eine einheitliche Gestaltung, Pflege und ausreichende Bewirtschaftung des Uferwegs in einer Breite von 10,50 m ermöglicht. Gleichzeitig wird rechtlich festgeschrieben, dass der Uferweg unbebaut bleibt und für den Fußgängerverkehr nutzbar bleibt.

Übrigens, erst durch Landgewinnungsmaßnahmen im Jahr 1994 wurde der Uferweg durch die Roland Ernst Gruppe – eine Voreigentümerin des Grundstücks – überhaupt geschaffen bzw. zugänglich gemacht. Vorher gab es dort keinen öffentlichen Gehweg bzw. war der Uferbereich ein Teil der auf dem Grundstück befindlichen Industriefläche.

Kommt es zu einer Verschattung der vorhandenen Bebauung?

Nein! Trotz der Höhe kommt es nicht zu einer Verschattung der benachbarten Bebauung. Durch die geographische Nordlage des Grundstücks sind alle drei Neubauten so ausgerichtet, dass ihr Schattenschlag ausschließlich auf die Spree fällt und die Nachbarbebauung somit nicht beeinträchtigt wird.

Bleiben der Spreeblick und die derzeitigen Lichtverhältnisse für alle Anwohner erhalten?

Ja. Im Rahmen der Bauplanung sind die Licht- und Beschattungsverhältnisse mittels einer umfassenden Schattenstudie analysiert worden, um sicherzustellen, dass die umliegende Wohnbebauung nicht verschattet wird. Dies war ein Kriterium, das wir den Teilnehmern unseres Architekturwettbewerbs auferlegt haben. Ein weiteres Kriterium war der Erhalt eines umfassenden Spreeblicks. Vor diesem Hintergrund hat sich die Jury auch für den Siegerentwurf entschieden: Er ermöglicht im Vergleich zu allen anderen Wettbewerbsteilnehmen, dass jeder der jetzt einen Spreeblick hat, diesen auch in der Zukunft behalten wird.

Wie wird das Mikroklima beeinflusst?

Die Hochhäuser werden sich prinzipiell günstig auf die Straßendurchlüftung und den Luftaustausch auswirken, da sie insbesondere bei geringen Windstärken durch thermischen Auftrieb an ihren Fassaden Luft aus dem Sockelbereich ansaugen und damit die Stadtdurchlüftung verbessern.

Welche Auswirkungen hat die geplante Bebauung auf den bodennahen Windkomfort im Umfeld?

Auf der dem Wind zugewandten Seite verstärkt die Neubebauung mit den beiden Wohnhochhäusern und dem niedrigeren Bau des Hotels die lokalen bodennahen Windgeschwindigkeiten infolge der Abwinde vor den  Gebäuden und an den Gebäudekanten  in einem Umkreis von knapp 5 m.

Im Gegenzug wird die Windströmung im Abstand von 15 m vor den Gebäuden und im Windschatten der Gebäude (hier auch direkt ab der Fassade) durch ihren Windwiderstand deutlich beruhigt.

Bei Wind entlang der Flussufer werden sich absehbar gute Windkomfortverhältnisse ergeben, da sich die Gebäude gegenseitig Windschatten im Bodenbereich geben.

Durch die vorgeschlagene Planung mit Vordächern bzw. eingezogenen Erdgeschossbereichen sowie einer erhöhten Rauigkeit der Wohntürme infolge auskragender und umlaufender Balkone wird zudem einer zu großen Abwindwirkung vor den Gebäuden aktiv entgegengewirkt und der Windwiderstand zwischen den Gebäuden erhöht. So werden zusätzliche Belastungen im Aufenthaltsbereich so gering wie möglich gehalten, um möglichst leicht erreichbare geschütztere Zonen in kurzen Abständen anbieten zu können.

Wie wird die Spiel- und Grünfläche angelegt werden?

Auf dem Flurstück 97 entsteht auf dem Dach des oberirdischen Garagengebäudes und des Nahversorgers  eine ca. 3000 m² große, öffentlich zugängliche Grünanlage. Diese Grünanlage besteht u.a. aus einer Nettogrünfläche von rund 2000 m² und einem Kinderspielplatz. Die öffentliche Zugänglichkeit und die Begrünung werden durch die textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans rechtlich abgesichert. Ferner sind mindestens 18 der im Freiflächenplan vorgesehenen Bäume als Ausgleichspflanzungen planungsrechtlich abgesichert. Die Bäume dienen der Freiraumgestaltung der in besonderer Lage befindlichen Grundstücke und der Verbesserung des Naturhaushaltes, insbesondere des örtlichen Kleinklimas.

Wie sieht die Verkehrs- und Wegeplanung aus?

Das Konzept sieht für die nördliche Fanny-Zobel-Straße eine Verkehrsberuhigung vor. Die Fläche soll künftig nicht durch die Sockelgeschosse überbaut werden und für den Fußgängerverkehr nutzbar bleiben.  In der Ost- und der West-Spange der Fanny-Zobel-Straße werden jeweils Wendehammer geschaffen.  Hierdurch soll der störende Durchgangsverkehr  unterbunden werden. Gleichzeitig  wird die durch wildes Parken gekennzeichnete Parkplatzsituation bereinigt.  Ein besonderes Erschließungskonzept sichert eine gleichmäßige Verteilung des Anwohner- und Besucherverkehrs auf die Ost- und die West-Spange der Fanny-Zobel-Straße.

Was bedeutet das konkret?

Gehwege: Die öffentliche Nutzung der verkehrsberuhigten Straßenflächen durch Fußgänger wird über ein Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit rechtlich gesichert. Das Ufergrundstück (Flurstück 118) wird nicht umzäunt. Die vielfältigen Querungsmöglichkeiten für Fußgänger zwischen Spreeufer und der verkehrsberuhigten Zone der Fanny-Zobel-Straße und der geplanten Grünfläche mit Spielplatz sowie zum Grünen Dreieck bleiben erhalten und werden verbessert.

Erschließungsverkehr: Die Zufahrt zur Tiefgarage/Garage soll über die westliche Fanny- Zobel-Straße erfolgen. Die Ausfahrt ist über die östliche Fanny-Zobel-Straße geplant und soll sich auf der Martin-Hoffmann-Straße in beide Richtungen verteilen. Der Erschließungsverkehr in der östlichen und westlichen Fanny-Zobel-Straße fährt jeweils nur in eine Richtung und erhält für den öffentlichen Verkehr ausgebildete Wendeanlagen. Die Verkehrsbelastung wird auf zwei Straßen verteilt und damit wird eine gleichmäßige Verkehrsverteilung erzielt.

Park- und Stellplätze: Der Wegfall der 18 kostenfreien Stellplätze im nördlichen Bereich der Fanny-Zobel-Straße durch die Verkehrsberuhigung, wird durch den Garagen- und Tiefgaragenbau aufgefangen. Zusätzlich zahlt die Agromex eine Ablöse für bereits angefallene Herstellungskosten der Parkplätze an den Bezirk. Durch die Beruhigung wird eine zusätzliche Freifläche mit Aufenthaltsqualität für Anwohner und Besucher geschaffen. Der störende Durchgangsverkehr zur Arena wird unterbunden.

Insgesamt werden ca. 350 Stellplätze errichtet. 30 der vorgesehenen oberirdischen Stellplätze werden dem Nahversorger zugeordnet, weitere 70 Stellplätze der vorgesehenen Parkraumbewirtschaftung. Dieser Garagenteil befindet sich mit einem Geschoss oberirdisch hinter dem Nahversorger im westlichen Teil der Fanny-Zobel-Straße. Die Kostenpflichtigkeit der Parkplätze ist von dem zukünftigen Betreiber des Nahversorgers der Parkgarage abhängig.  Die Parkplätze für die Wohntürme und das Apartmenthotel werden der bis zu drei-geschossigen Tiefgarage des Ufergrundstücks zugeordnet.

 Können Sie garantieren, dass es durch Ihr Projekt zu keinen steigenden Mieten im Quartier kommt?

Zusätzliche Wohnungen, die für Eigennutzer bestimmt sind, verändern das allgemeine Mietniveau nicht unmittelbar. Steigende Mieten sind dann festzustellen, wenn der Wohnraum in einer Stadt knapp wird. Das beobachten wir derzeit in Berlin und auch hier im Quartier. Aktuelle Vermietungen bewegen sich bereits oberhalb der Durchschnittswerte des Mietspiegels. Dieser Entwicklung der Wohnraumverknappung werden wir mit unserem Projekt ausdrücklich entgegen wirken.

Können Sie denn schon etwas zu den Wohnungsgrößen sagen?

Die rund 220 Wohnungen werden über durchschnittliche Wohnflächen zwischen 80 und 130 Quadratmetern verfügen und eignen sich somit für unterschiedlichste Zielgruppen.

Wie viele Zimmer wird das Apartmenthotel haben?

Wir planen ein Apartmenthotel mit voraussichtlich ca. 160 Apartments. Ein Restaurant sowie ein kleiner Fitness- und Spa-Bereich sollen das Angebot ergänzen.

Welche Art von Besuchern erwarten Sie für das Apartmenthotel?

Angesprochen werden sollen Apartmenthotelgäste, die die Stadt in ihren „eigenen“ vier Wänden erleben wollen und es schätzen, sich dem üblichen Hotelaufenthalt entziehen zu können. Die Apartments werden so ausgestattet werden, dass sowohl ein kurz, vornehmlich auch längere Aufenthalte möglich sein werden.

Wird das Projekt eine Nachhaltigkeitszertifizierung erhalten?

Wir planen das Projekt mit höchsten ökologischen Standards. Diese hat unser Architekt bereits bei anderen Arbeiten erreicht. Ob und welche Zertifizierung wir anstreben, können wir jetzt noch nicht abschließend entscheiden, da sich bis zum Baustart auch in diesem Bereich noch viel Neues ergeben kann.

Welche Vorteile haben die Anwohner von der Neubebauung?

Der Uferweg wird nicht nur erhalten, sondern auch um 4,5 Meter verbreitert. Zusätzlich wird eine auf einer Fläche von rund 3.000 m² öffentlich zugängliche Grünanlage mit einem Kinderspielplatz und einer Nettogrünfläche von 2.000 m²angelegt. Die Nord-Spange der Fanny-Zobel-Straße wird aufgelöst und dort eine verkehrsberuhigte Zone für Fußgänger eingerichtet, welche die Grünanlage und den Kinderspielplatz mit dem Ufergrundstück zur Spree hin verbindet. Die Zugänglichkeit des Uferwegs wird durch Gehrechte zu Gunsten der Allgemeinheit rechtlich abgesichert.  Des Weiteren wird durch die Schaffung von Tiefgaragenstellplätzen die derzeitige Parksituation verbessert. Für ein besseres Nahversorgungsangebot im Quartier ist ein kleiner Nahversorger geplant.

Wieso wird ausgerechnet das Grundstück in der Fanny-Zobel-Straße bebaut?

Der Bezirk hat bereits 1994 im Rahmen der Masterplanung für das Gebiet entschieden, dass eine Bebauung erfolgen soll, um brachliegende Flächen optimal zu nutzen und im Bezirk mehr Wohnraum zu schaffen.

Wieso wurde der Wettbewerb unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt?

In den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW) der Architektenkammer Berlin ist festgelegt, dass Preisgerichtssitzungen nicht öffentlich sein dürfen, um die Anonymität der im Wettbewerb befindlichen Entwürfe sicherzustellen. Mit dieser Maßgabe sind wir Anfang des Jahres in die Planungen unseres Architekturwettbewerbs gegangen. Dabei haben wir über die Besetzung der Jury mit Vertretern aus dem Berliner Senat und dem Bezirk Treptow-Köpenick sichergestellt, dass gewählte Vertreter der Bürger und Bürgerinnen an der Auswahl des besten Entwurfs mitwirken.

Baustellenorganisation

Es ist unser Anspruch und Bestreben, die Bauarbeiten für alle Nachbarn so erträglich wie nur möglich zu gestalten. Um Einschränkungen der Wohnqualität möglichst zu minimieren, ist die oberste Prämisse, die Bauarbeiten sorgfältig vorzubereiten, um sie später reibungslos stattfinden zu lassen. Vor und während der Bauphase werden wir Maßnahmen ergreifen, um die offene Kommunikation zwischen den Anwohnern und dem Vorhabenträger aufrecht zu erhalten. So ist vorgesehen, alle Anwohner rd. 3 Monate vor Baubeginn nochmals umfassend über den Zeitplan und die anstehenden Abläufe zu informieren. Stetige Updates werden auf der Homepage einsehbar sein, um die Bauabschnitte verfolgen, einschätzen und sich darauf vorbereiten zu können. Bauarbeiten werden zu geregelten Bauzeiten stattfinden. Um Lärm- und Schmutzbelastungen zu reduzieren, prüfen wir Alternativen für den Transport (z.B. An-/ Abtransport über die Spree). Für die eingeschränkte Kfz-Stellplatzsituation werden wir intelligente Lösungen (in Kooperation mit umliegenden Nachbarn) entwickeln.

Fragen zum Projekt „Museumshafen“

Was verbirgt sich hinter dem Projekt „Museumshafen“?

Ziel des Projekts ist es einen Museumshafen in Berlin an exponierter Lage am Zoll- und Grenzsteg im Osthafen zu entwickeln, der die bewegte Schifffahrtsgeschichte der Stadt zeigt und mit seinen fahrenden Schiffen und dem Mauerdenkmal Grenzsteg einen Platz in der Berliner Kulturlandschaft erlangt. Initiator des Projekts ist der Verein „Historischer Hafen Berlin e.V.“, der von der AGROMEX GmbH & Co KG projektbezogen unterstützt wird.

Wie kommt es dazu, dass am Zoll- und Grenzsteg ein Museumshafen entstehen darf?

Der Verein Historischer Hafern Berlin e.V. und die Firma AGROMEX haben sich gemeinsam an dem von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) im Mai 2012 ausgeschriebenen Interessebekundungsverfahren beteiligt. Gesammelt und bewertet wurden Projektideen zur Erhaltung des unter Denkmalschutz stehenden Zoll- und Grenzstegs im Osthafen. Von mehreren eingereichten Projektvorschlägen hat das Nutzungskonzept des Museumshafens die Jury am meisten überzeugt. Die Jury bestand aus den Bürgermeistern der betroffenen Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick sowie aus Vertretern der zuständige Senatsverwaltung, der WSV und des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA).

Wie hoch ist die finanzielle Unterstützung, die die AGROMEX GmbH & Co. KG dem Verein „Historischer Hafen Berlin e.V.“ zum Bau des Museumshafens zugesichert hat? Ist diese Summe an einen Verwendungszweck gebunden?

Im Rahmen des Interessensbekundungsverfahrens für den Zoll- und Grenzsteg am Osthafen hat die AGROMEX GmbH & Co. KG dem Verein „Historischer Hafen Berlin e.V.“ ihre finanzielle Unterstützung zugesagt.

Für die Gründung einer Stiftung hatte AGROMEX zunächst 20.000 Euro bereitgestellt. Zwischenzeitlich hat die AGROMEX ihr Engagement deutlich verstärkt und zum Zweck der Stiftungsgründung einen mehrfach höheren Stiftungsbetrag eingezahlt. Dieser Betrag ist nicht zweckgebunden und soll allein den satzungsmäßigen Zielen der Stiftung dienen. Die Höhe der tatsächlich notwendigen Investitionen zur Instandhaltung des Zoll-und Grenzstegs, zur Hebung des Wracks „Ingrid Wrengler“ sowie zum Bau des Museumshafens steht derzeit allerdings noch nicht endgültig fest. Vor diesem Hintergrund gibt es zu diesem Zeitpunkt noch keine Festlegung bezüglich einer weiteren möglichen Finanzierungsbeteiligung durch AGROMEX.

Worin liegt der Grundgedanke der Gemeinschaftsbewerbung des Vereins „Historischer Hafen Berlin e.V.“ und AGROMEX?

Der Grundgedanke der Gemeinschaftsbewerbung des Vereins „Historischer Hafen Berlin e.V.“ und AGROMEX ist darauf ausgerichtet, eine Stiftung zu gründen, die finanziell unabhängig und nur ihrem (gemeinnützigen) Stiftungszweck sowie der staatlichen Stiftungsaufsicht verpflichtet ist. Die Stiftung wird in einem ersten Schritt Finanzmittel einwerben und anschließend das bauliche Vorhaben aus eigenen finanziellen Mitteln bewältigen.

Gibt es die Stiftung schon?

Ja. Die Stiftung Museumshafen Berlin wurde per Gründungsakt Ende 2013 geschaffen. Im Februar 2014 ist die Anerkennung durch die staatliche Stiftungsaufsicht erfolgt, so dass nun die Realisierung des Museumshafens vorangetrieben werden kann. AGROMEX wird die Ziele der Stiftung auch weiterhin engagiert unterstützen.

Was genau sind die Ziele der Stiftung?

Die „Stiftung Musemshafen Berlin“ ist als rechtsfähige Stiftung unter staatlicher Aufsicht gegründet. In der Gründungsphase wurden in Abstimmung mit der Senatsverwaltung (Stiftungsaufsicht) und dem Finanzamt (Gemeinnützigkeit) als Stiftungsziele in die Satzung aufgenommen unter anderem die wissenschaftliche und kulturelle Aufarbeitung der folgenden Themen zu fördern:

  • Geschichte der Binnenschifffahrt,
  • Berliner Stadt(entwicklungs)geschichte („Berlin wurde aus dem Kahn gebaut“) sowie
  • Geschichte der deutschen Teilung (Zoll- und Grenzsteg als Zeugnis der ehemaligen deutsch-deutschen Grenzbefestigungsanlagen).

Die Stiftung ist zwischenzeitlich als gemeinnützig anerkannt worden.

Wer wird der Hauptträger des Projekts Museumshafen sein?

Träger des Projekts ist die rechtsfähige „Stiftung Museumshafen Berlin“. Hiermit soll unter anderem aus Gründen der Namensklarheit eine Abgrenzung von den Aktivitäten der Berlin-Brandenburgischen Schifffahrtsgesellschaft e.V. erfolgen, die die Rechte an der Internetdomain www.historischerhafen-berlin.de für sich beansprucht.

Hinter der Stiftung stehen natürlich Menschen. Wir sind stolz darauf, namhafte Vertreter aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens für die Mitarbeit im Kuratorium (Stiftungsrat) der Stiftung gewonnen zu haben. Der Vorstand und das Kuratorium werden sich in Kürze der allgemeinen Öffentlichkeit vorstellen.

Entstehen am Museumshafen Liegeplätze und Anleger für Sportboote oder Yachten, unter anderem auch für Hotelgäste des am Ufer geplanten Hotels?

Im geplanten Museumshafen am Zoll- und Grenzsteg entstehen ausschließlich Liegeplätze für Museumsschiffe, Traditionsboote, Linienverkehrsschiffe, Tagesanleger sowie Anleger der sogenannten „Gelben Welle“.

Bleibt der wissenschaftliche und museale Charakter des Historischen Hafens durch den geplanten Bau erhalten?

Ja. Durch die Schaffung eines neuen Hafens für historische Schiffe am Zoll- und Grenzsteg sowie den Bau eines Museums auf dem Wasser entsteht eine neue Heimatstatt für den Historischen Hafen und erhält dieser zusätzliche Ausstellungsflächen, die sein wissenschaftliches und museales Anliegen nachhaltig fördern.